Seelandtriathlon: Stürmische, vorentscheidende Stunden mit klaren Siegen

Das Wetter zeigte sich an diesem Samstag in Murten nur einmal von einer freundlichen Seite: Bei der Siegerehrung klarte der Himmel langsam auf, als wollte er den AthletInnen für ihre Leistungen gratulieren. Davor waren drei Rennformate über die Distanzen Short-, olympische und Mitteldistanz in teils widrigen Bedingungen vorausgegangen.

 

 

Die erste stürmische Front zog am Morgen über Murten hinweg und brachte dem See derartige Unruhe, dass die Short Distance als Duathlon ausgetragen wurde. Nach einem kurzen Lauf wechselten die AthletInnen zuerst in wettertaugliche Kleidung und dann aufs Rad. Die nasse Strecke verursachte auch ein paar Stürze, aber keine schlimmeren Verletzungen. Schliesslich liefen Ludwig Fleetwood aus Schweden und Leana Daria Messer (3athlon Bern) als erste über die Finishline. «Die Wetterbedingungen sind für alle gleich, sie spielen eigentlich keine Rolle» meinte Ludwig im Ziel. Es scheint ganz so, als hätte er den Namen seines Teams ‘Race and shine’ zu seinen Gunsten verinnerlicht.

 

Noch bevor Leana bei der olympischen Distanz gleich nochmals antrat, waren die Mittelstreckler im Einsatz. Wind und Wellen waren etwas weniger stark und so konnte zumindest auf einer verkürzten Strecke von 500 Metern geschwommen werden. Als besondere Herausforderung stellte sich der Gegenwind in der Fläche Richtung Salavaux heraus, gegen den zweimal angekämpft werden musste. Von einem Einsatz von Scheibenrädern wurde daher von den Schiedsrichtern auch abgeraten.

 

Sowohl bei den Frauen wie bei den Männern wurde das Rennen durch AthletInnen bestimmt, die sich erst kurzfristig für den Wettkampf angemeldet hatten und damit wissend, was sie wettermässig erwarten würde. Céline Schärer (Walchwil) und Urs Müller (Team Koach) stiegen beide als Zweite aus dem Wasser und übernahmen auf dem Velo die Führung. Bis ins Ziel wuchs der Vorsprung auf fast neun Minuten bei Céline und gut vier Minuten bei Urs an. «Meine Handschuhe habe ich unterwegs auf dem Velo wieder ausgezogen und die Armstulpen heruntergekrempelt» erzählte Urs im Ziel. Die Temperaturen waren offenbar noch erträglich, obwohl es schon nicht das Wetter sei, das sie bevorzuge, so Céline.

 

Auf der olympischen Distanz ein ähnliches Bild: Lag Loanne Duvoisin (Red Fish Neuchâtel) nach dem Schwimmen über ebenfalls 500 Meter noch knapp hinter Leana Daria Messer (3athlon Bern) und Elia Betschen (Red Fish Neuchâtel), stürmte die Juniorin aus dem Regionalkader der Romandie auf dem Velo in die Spitzenposition, die sie bis ins Ziel auf über fünf Minuten auf Rachel Beck (Liestal) und Andrea Wirz (Tempo-Sport bikespeed.ch) ausbaute. Bei den Männern gings zwar deutlich knapper zu und her, doch auch hier gewann mit Manuel Küng (Tri Club Bodensee) ein spontan angemeldeter Kaderathlet dank einer guten Performance auf dem Velo vor Florian Müller (ATLET) und Gabriel Perez de la Sota (Männedorf).

 

 

Für die TRI Circuit Jahreswertung wurden in Murten sowohl die olympische (2 Punkteinheiten) wie auch die Mitteldistanz (3 Punkteinheiten) gewertet und brachten mit Blick auf die Auszeichnung der Jahresbesten in Davos vom nächsten Wochenende einig vorentscheidende Veränderungen. Céline Schärer grüsst bei den Frauen Overall dank den 3000 Punkten neu von der Ranglistenspitze, Urs Müller ist Overall-Zweiter bei den Männern und Gabriel Perez de la Sota Dritter. In Davos können sich auf den Podestplätzen aber immer noch einige Verschiebungen ergeben, es bleibt also spannend bis zum Schluss!