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Tri Circuit Davos: Desiree Wagner und Nicolas Mann gewinnen

Davos bot nicht nur eine grandiose Kulisse, sondern stellte auch spezielle Herausforderungen an die Teilnehmer auf der Mitteldistanz und dem Rennen des TRI Circuit: ein äusserst erfrischendes Schwimmen sowie Höhenmeter und Höchstgeschwindigkeiten en masse auf der Radstrecke. Deirée Wagner (SUI) und Nicolas Mann (GER) sicheren sich den Sieg auf olympischen Distanz.

 

Was für ein Tag! Davos zeigte sich zur Dernière der Triathlonsaison 2019 von seiner besten Seite. Die Sonne gab alles, die Kulisse war grandios, die Temperatur mit rund 20 Grad perfekt, der Davosersee mit frischen 15 Grad warm genug für die volle Schwimmdistanz, aber kalt genug für ein Neoprenobligatorium. Für die schon zum Start zahlreich erschienenen Zuschauer hätten die Bedingungen nicht besser sein können und die rund 400 Startenden boten ihnen schon im See die Show, für die sie gekommen waren.

 

TRI Circuit: Generationenduell und Mama-Comeback

Dass Davos eine der selektivsten Radstrecken des Tricircuit hat – einmal auf den Flüelapass und wieder runter – ist bekannt. Dieses Jahr führte aber schon das Schwimmen zu beträchtlichen Zeitabständen, wobei die Positionen nach dem ersten Drittel noch keineswegs bezogen waren. Eine auffällige Figur war das deutsche Nachwuchstalent mit Jahrgang 2000, Nicolas Mann, der mit 47 Sekunden Rückstand aus dem Wasser gekommen war und auf der Passstrasse richtig auf die Tube drückte. Nach 57:40 Minuten wechselte er zum zweiten Mal und war damit fast fünf Minuten schneller als der Zweitschnellste auf der Radstrecke, Dominik Rechsteiner, welcher mit Jahrgang 1971 sein Vater sein könnte. Die 37:23 Minuten, die der Deutsche danach für die abschliessenden 10 Kilometer brauchte, darf man beim starken Läufer unter wettkampfmässiges Training abbuchen. Rechsteiner lief seinen zweiten Platz sicher nachhause, während es hinter ihm noch spannend wurde. Der schnellste Läufer des Tages, Felix Dariel Felix Fontes (ja, der heisst wirklich so), machte nach der 14. Radzeit reihenweise Plätze gut und lief mit 37:02 auf Platz Drei vor. Nicolas Mann meinte im Ziel: «Das Schwimmen war zäh, die Kälte liegt mir nicht so, aber auf dem Rad fühlte ich mich gleich gut und nach dem zweiten Wechsel wusste ich, dass ich es nun etwas lockerer angehen kann und so hab ich dann gewonnen.»

Auch das Damenfeld zog sich im Davosersee in die Länge. Auf der Radstrecke setzte sich Desirée Wagner ab, die sich nach ihrer Babypause eindrücklich im Tricircuit zurückmeldete. Ramona Rieder konnte ihr nicht ganz folgen und wähnte sich auf ihrem zweiten Platz sicher. Das war sie letztlich auch, doch von hinten preschte Denise Johansen heran: Vom Schwimmen brachte sie fast fünf Minuten Rückstand mit, davon machte sie am Flüelapass schon mal dreieinhalb Minuten auf Rieder wett und mit der schnellsten Damen-Laufzeit des Tages kam sie noch bis auf 48 Sekunden an die Zweitplatzierte heran. Desirée Wagner aber freute sich, dass sie auch als Mutter zu den schnellsten Damen im TRI Circuit gehört. Ihr persönliches Highlight des Tages war aber ein anderes: «Es hat unheimlich Spass gemacht, den Flüelapass runterzufetzen. Zudem war die Atmosphäre hier einfach toll!»

 

Sonniger Ausklang

 

Bei sommerlichen Temperaturen liessen die Athleten den Tag in Davos ausklingen. Der Wintereinbruch eine Woche vor dem Rennen hatte einige Befürchtungen geweckt, doch für jene, die sich für den Start in den Alpen entschieden haben, hat sich die Reise gelohnt. Ja, sie wären wohl einige Male in dieser Saison froh gewesen, wären die Temperaturen so angenehm gewesen wie an diesem Tag. Das galt auch für die hunderten von jungen und jung gebliebenen Sportlern, die eine der vielen weiteren Triathlondistanzen von Kids, bis Sprint in Angriff genommen hatten oder am Nightrun dabei waren.

Für jene, die es auf die Gesamtwertung des TRI Circuit abgesehen haben, blieb die Spannung über den ganzen Tag erhalten. Denn zeitgleich mit dem Rennen in Davos fand in Murten ein Wettkampf statt, der ebenfalls für die Gesamtwertung zählt. Gabriel De La Sota war der Sieg aber nicht mehr zu nehmen. Er gewinnt nach 2018 zum zweiten Mal die TRI Circuit Gesamtwertung. Bei den Damen gewinnt Desiree Wagner nicht nur das letzte Rennen in Davos, sondern auch die Gesamtwertung mit einer Punktzahl von 6967.


TRI Circuit Olympic Davos

Frauen

1. Desirée Wagner (Islisberg) 2:22:06,5

2. Ramona Rieder (Niederhasli) +5:01,7

3. Denise Johannsen (Küssnacht am Rigi) +5:49,2

 

Männer

1. Nicolas Mann (D-Freiburg) 1:58:18,0

2. Dominik Rechsteiner (Wittenbach) +11:08,1

3. Felix Dariel Felix Fontes (Fideris) +12:24,5

 

Gesamtwertung (11/11)

Männer

1.Perez de La Sota (Maennedorf) 6855 Pkt.

2. Foley, Jurgen Leo Jona 6730 Pkt.

3. Richard Lustenberger Zürich 6629 Pkt.

 

Frauen

1. Wagner, Desirée (Islisberg) 6967 Pkt.

2. Rebsamen, Pascale (Zürich) 6954 Pkt.

3. Miglar, Lina (Wallisellen) 6954 Pkt.

 

Zur Gesamtwertung geht es hier.